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1993 The Piano has been drinking

Live 1990 1993 frontDie Herbsttournee 1992 war vorbei, Jürgen Zöller nahm wieder seine Verpflichtungen bei BAP wahr und wir standen vor der Aufgabe einen neuen Schlagzeuger zu finden. Es lag nahe mal bei Jaki Liebezeit anzufragen, er hatte bereits bei den Studioaufnahmen zu Märchenprinz auf 2 Stücken getrommelt und wir kannten uns schon aus Dunkelziffer Zeiten und der Damo Suzuki Band. Trotzdem war es eine Überraschung dass er das Angebot annahm. Mit ihm erhielten wir nicht nur eine Schlagzeuglegende sondern auch seinen unnachahmlichen Beat. Wir probten mit ihm das aktuelle Programm ein und schon nach kurzer Zeit fügte er sich nahtlos in unsere Arrangements ein, nicht ohne hier und da seine unverwechselbare Handschrift einzufügen. Wer sich das Abschiedskonzert vom 27.12. im E-Werk anhört kann nur den einen Schluss ziehen, wir haben nie besser gespielt. Allerdings zeichnete sich auch eine Entwicklung ab, die bereits bei der Produktion von Märchenprinz ihren Anfang genommen hatte, die Musikgeschmäcker der Bandmitglieder lagen doch weit auseinander. Die schützende Hand von der Tom Waits Ästhetik schien nicht mehr über uns zu sein. Bei den Versuchen durch Proberaum Sessions zu neuen Songs zu kommen waren wir nicht erfolgreich. Außerdem kam zu unserer Überraschung ein böses finanzielles Minus auf dem Bandkonto zutage. Ein mittlerer fünfstelliger Betrag den wir der Bank schuldeten hatte sich angehäuft. Mir wurde da etwas anders, denn ich war haftendes GbR Mitglied. Die Kosten für die 9 köpfige Band, 5 Techniker, 2 LKW`s, Aufwand für Büro, Tourplakate etc. waren nicht von schlechten Eltern, da war guter Rat teuer. Es gab verschiedene Ansätze um eine Weiterführung der Band zu gewährleisten, doch Gerd und ich (die Vertragspartner des laufenden Record Deals) konnten uns nicht einigen wie man diese Karre wieder flott machen könnte. Es hatten sich auch im Laufe der Jahre gewisse Abnutzungserscheinungen innerhalb der Band eingeschlichen, nicht jeder konnte mit jedem immer noch so gut wie am Anfang und so nahm das Schicksal seinen Lauf. Im Frühsommer beschloss Gerd seinen Ausstieg aus der Band und somit war das Thema durch. Wir hatten aber keinen Grund einen radikalen Schlußstrich zu ziehen und einigten uns darauf die bereits für Herbst gebuchten Konzerttermine zu spielen. Es war noch genug Feeling in der Band und ich glaube dass wir keine einzige schlechte Show abgeliefert haben. Den krönenden Abschluss bildeten die letzten 4 ausverkauften Konzerte im E-Werk. Wir spielten in bester Manier mehr als 3 Stunden die besten und beliebtesten Songs und hatten auch nochmal richtig tolle Gäste, die Saxophonmafia und Ralf Engelbrecht. Es hatte auch etwas vom alten Sprichwort: "Man soll aufhören wenn es am schönsten ist".
Da wir noch einen bestehenden Record Deal hatten und BMG gerne noch ein Album haben wollte kamen wir auf die Idee aus den zahlreichen Mitschnitten der 4 Jahre ein Live Album zusammenzustellen.

 

Maat höösch

The piano has been drinking

Düür en d´r Wand